Beim Satelliteninternet muss das Funksignal durch den Weltraum hin und zurück. Bei geostationären Satelliten dauert allein der Round Trip über 0,5 s. LEO-Satelliten wie Starlink sind normalerweise schnell, doch im Moment der Routen-Neuzuweisung schwankt die Latenz, und die Verbindung kann kurz abreißen.
Warum Verbindung zu Hause, auf dem Schiff oder im Flugzeug über geostationäres oder LEO-Satelliteninternet oder über satellitengestütztes Bord-WLAN → Folge Geostationär: rund 36.000 km Höhe, schon der Weg selbst ist lang. LEO: Route zwischen Terminal, Satellit und Bodenstation wird in kurzen Abständen neu zugewiesen, dabei kurzzeitig höhere Latenz und Paketverlust → Auf dem Bildschirm Geostationär: starker Input-Lag bei jeder Aktion. LEO: meist unauffällig, aber in festen Abständen Ruckeln und Teleportieren
Client: Interpolationspuffer je nach Jitter automatisch verlängern, Eingaben redundant senden, damit kurzer Paketverlust verkraftet wird, Verbindungsqualität anzeigen. Server: beim Festlegen von Zeitfenstern und Grenzen der Lag-Compensation die Latenz von Satellitenverbindungen berücksichtigen, Timeouts so wählen, dass eine Lücke von etwa 1 s nicht sofort zum Rauswurf führt.
Aufgaben Extern
Spieler darauf hinweisen, dass Satelliteninternet eine hohe oder periodisch ausschlagende Latenz haben kann, für kompetitive Inhalte nach Möglichkeit einen terrestrischen Festnetzanschluss empfehlen.
Größenordnungen
Bei geostationären Satelliten (36.000 km Höhe) braucht das Signal allein für die Strecke durch den Weltraum 260 ms pro Richtung, hin und zurück also über 520 ms (ITU-T G.114). Für das LEO-System Starlink nennen offizielle Angaben (Mittelwerte über 15 s) zur Stoßzeit in den USA einen Median von 33 ms, und selbst das schlechteste 1 % (p99) liegt unter 65 ms (2024). In Messstudien änderte sich die Latenz alle 15 s bei der Routen-Neuzuweisung, und es gab kurze Aussetzer unter 1 s. Eine Messung von Bord-Internet aus dem Jahr 2018 ergab für Satellitensysteme eine durchschnittliche Umlaufzeit von 750 ms.
Im Graphen
Nur einzelne Ausreißer · RTT und Jitter (nach ASN des Satelliteninternet-Anbieters)
Wo nachsehen
Prüfen, ob die ASN der Verbindungs-IP zu einem Satelliteninternet-Anbieter gehört, und RTT-Verteilung und Zeitverlauf für dessen Spieler getrennt darstellen. Von RIPE-Atlas-Probes in dieser ASN einige Minuten am Stück per ping zum Server messen oder den Spieler ping laufen lassen und die Abstände der Ausschläge messen lassen
Spricht dafür
Bei geostationären Anbietern liegt die RTT stets über 500 ms. Bei LEO-Anbietern liegt sie normalerweise im zweistelligen Millisekundenbereich, springt aber etwa alle 15 s auf einen anderen Wert, oder die Verbindung reißt kurz ab
Spricht dagegen
Kein Satellitenanbieter, RTT trotzdem dauerhaft hoch: „Signallaufzeit (physische Entfernung)“ oder „Umweg-Routing“. Unregelmäßige Ausschläge: eher WLAN oder Mobilfunksignal
Prüfmittel
Mit Infrastruktur-Tools prüfbar (ohne Spielcode)
Mehr dazu
Bei LEO-Satelliten ist der Weg zum Satelliten kurz (bei Starlink 1,8–3,6 ms pro Teilstrecke), sodass die normale Latenz der einer terrestrischen Leitung ähneln kann. Liegt jedoch der Übergabepunkt von der Bodenstation ins Internet (PoP) weit vom Spielserver entfernt, verlängert sich die Route entsprechend. Läuft der Traffic über Laserlinks zwischen Satelliten, kommt weitere Latenz hinzu. Messstudien führen die alle 15 s wiederkehrende Schwankung auf eine Routen-Neuzuweisung zurück, die weltweit zum selben Zeitpunkt stattfindet und mit dem Wechsel zwischen Satelliten nichts zu tun hat. Beim Bord-WLAN hängt die Latenz stark von der Technik ab (Satellit oder Funkmasten am Boden). Nutzt das System geostationäre Satelliten, entstehen die oben genannten langen Umlaufzeiten.
Quellen
ITU-T G.114: One-way transmission timeITU Planungswerte für die einfache Signallaufzeit über Satellit: 400 km Höhe 12 ms, 14.000 km 110 ms, 36.000 km (geostationär) 260 ms
Improving Starlink’s LatencyStarlink Median zur Stoßzeit in den USA 48,5 ms → 33 ms, langsamstes 1 % (p99) über 150 ms → unter 65 ms (2024), Signallaufzeit pro Satellitenteilstrecke 1,8–3,6 ms, Umwege über Laserlinks erhöhen die Latenz, auch die Entfernung von der Bodenstation zum Internet-Übergabepunkt (PoP) trägt zur Latenz bei
A Multifaceted Look at Starlink Performance (WWW 2024)ACM Starlink weist Routen alle 15 s weltweit zum selben Zeitpunkt neu zu. An diesen Grenzen schwanken Latenz und Durchsatz, und es gibt kurze Aussetzer unter 1 s (nicht verursacht durch den Wechsel zwischen Satelliten), Latenz auf der Strecke Terminal ↔ Satellit ↔ Bodenstation etwa 40 ms
Probe Selection (RIPE Atlas REST API)RIPE NCC Auswahl der Probes für RIPE-Atlas-Messungen nach Land, Region, ASN oder Adressbereich, um ping und traceroute auszuführen